
Gelesen: 12. – 15.09.2026 (netto 262 Seiten)
Aus dem Englischen von Fried Eickhoff.
Ein etwas anderer Hillerman. Klar sind Jim Chee und Joe Leaphorn voll dabei, aber Geheime Kanäle ist kein klassischer Navajo-Krimi.
Es geht im Grunde um einen Bösewicht (aus Washington, gut vernetzt), der auf Indianergebiet Unheil stiftet. Und für eine Leiche sorgt.
Dabei ist das Verbrechen nicht einmal ein Rätsel, da dem Leser von Anfang an klar ist, wer was aus welchem Grund getan hat. Insofern fühlt sich das Buch ziemlich anderes an, Tony Hillerman greift hier auf das erzählerische Mittel des Perspektivwechsels zwischen den Bösen und den Guten zurück.
Jim Chee und Bernie Manuelito sind irgendwie nur Staffage (während Joe Leaphorn im Hintergrund bleibt) und ihre bloße Anwesenheit dient lediglich dazu, ihr persönliches Beziehungsdrama aufzulösen (Heirat, here we go!) und um die Geschichte überhaupt in Grenzregion zu Mexiko zu bekommen (wohin Bernie in den Job als Customs & Border Agent geflohen ist).
Und nur weil die Story da spielt, passt auch Drogenschmuggel etc. dazu.
Das das ganze dennoch leidlich spannend und flott zu lesen ist, das zeigt die Qualität von Tony Hillerman als Erzähler.
Mir fehlt dennoch alles, was als Navajo Kultur und Landschaft die bisherigen Bücher prägt.
Aber schön das Jim und Bernie jetzt ein Paar sind.
Soundtrack dazu: The Freeze – Pig Hunt, was sonst?
PS: Der deutsche Titel Geheime Kanäle ist irgendwie cooler als das englische Original The Sinistre Pig.



